Die Musik ist im ganzen Dorf zu hören. Es ist erst kurz nach Mittag und die Sonne brennt erbarmunglos auf dieses laotische Dorf herunter. Die Party ist seit den frühen Morgenstunden in vollem Gange. Ich werde herzlich begrüsst und gleich mit Fragen bombardiert. Schnell merke ich, wer im Dorf das Sagen hat. Kaum habe ich mich hingesetzt, wird mir eine Tasse Laolao, der lokal gebrannte Reisschnaps, gereicht. Der muss natürlich in einem Zug ausgetrunken werden. Während ich versuche die ausgelassene Stimmung zu erfassen, die vielen Fragen zu beantworten und das mir in den Mund geschobene Essen zu schlucken, folgen in schneller Abfolge die nächsten Laolao und zwei Gläser Bier. Ablehnen gilt nicht! Ich kann gerade noch herausfinden, wie es sich mit dem Geschenk für den Gastgeber ver
Mehrmals deuten die Leute auf meinen mitgebrachten Tagesrucksack und sagen, dass ich ihn im Auge behalten soll. Die Verlockung zu stehlen sei gross, wenn die Leute so betrunken sind. Ich soll auch genug vom Laap (scharfgewürztes Fleichgericht) essen, damit der Alkohol mich nicht gleich umhaut. Es ist so heiss, dass mir der Schweiss nur so aus den Haaren tropft. Die Kleider kleben mir am Leib. Die Musik kracht aus den überdimensionierten Lautsprecherboxen. Als ich zum Tanzen mitten auf die Tanzfläche gezogen werde, spüre ich den Schnapps schon heftig. Irgendwie schaffe ich es noch, mir das Baby anzusehen und die Mutter zu begrüssen. Auch dem Vater werde ich vorgestellt, der kaum noch gerade steht. Mit meiner letzten Vernunft entschliesse ich mich nach einer knappen Stunde, dass ich den Rucksack in mein Zimmer zurückbringe und mir Wasser und Zigaretten besorge. Auch hoffe ich durch die Pause wieder einwenig klarer denken zu können. Innerhalb kürzester Zeit trinke ich die ganze Wasserflasche leer. Helfen tut es wenig. Ich finde alles so lustig und die Gesichter tanzen vor meinen Augen. Leider bekomme ich immer wieder Nachschub an Alkohol. Die Amerikanerin, die seit dem Morgen schon auf der Party ist, wird von ihrem Freund in ihren Bungalow zurückgebracht. Andres aus Spanien ist auch plötzlich verschwunden. Zu meinem Glück taucht kurz darauf Helmut auf, mit dem ich ab und zu unterwegs bin.
Irgend einmal artet die Party beinahe in eine Schlägerei aus, weil ein Dorfbewohner seinen jüngeren Bruder aufforderte nach Hause zu gehen und seinen Rausch auszusc
Nachdem ich noch einmal einen Liter Wasser getrunken habe, lege ich mich in die Hängematte. Anfänglich wird mir so schlecht, wenn ich die Augen schliesse, dass ich krampfhaft versuche wach zu bleiben um das geschäftige Treiben im Dorf zu beobachten. Nach einer Weile schlafe ich trotzdem ein. Zwei Stunden später erwache ich und fühle mich soweit wieder hergestellt. Schlechter ergeht es den anderen Touristen, die an der Party waren. Sie schlafen sechzehn Stunden am Stück und sind am nächsten Morgen nicht im Stande auf die Wanderung mitzukommen.
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