Die Leute im Restaurant beobachten mich beim Essen. Ich frage nach einem Löffel, da ich mich durch die Beobachtung gehemmt fühle und beim Essen der Currys mit dem Brot und den Händen zu ungeschickt anstelle. Alle paar Sekunden fragt mich der Junge, ob ich noch mehr Chapati möchte und hüpft mir dabei vor Neugier fast in den Teller. Ich versuche mich aufs leckere Essen zu konzentrieren und es zu geniessen. Beim vierten Chapati winke ich erst einmal ab und nehme noch einwenig Gemüse und Linsen. Der Junge hört aber nicht auf zu fragen. Als ich für ein fünftes Chapati einwillige, strahlt er.
Mittlerweile strömen immer mehr Männer in die Essstube und setzen sich auf die Bänke an der Wand entlang um mir optimal beim Essen zuschauen zu können. Keiner der zirka zehn Männer konsumiert etwas. Es gibt einfach etwas zum Sehen, deshalb kommen sie. Jetzt ist mir wieder klar, wieso ich als Touristin das schlechte Essen im Touristenrestaurants für ein wenig Ruhe vorziehen könnte. Nachdem ich meinen Teller leer gegessen habe und mich sehr satt fühle, mache ich mich in ein Restaurant auf, um da in Ruhe eine Tee zu trinken und mein Buch zu lesen. So viel Aufmerksamkeit ist doch anstrengend.
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